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Scardanelli trifft Hölderlin

Gedichte, Oden, Hymnen und Elegien

von Friedrich Hölderlin und Bernhard Lierheimer , als modernen Interpretation.

Titel

Der Titel dieses Büchleins ist paradox: „Scardanelli trifft Hölderlin.“ Ich kann Hölderlin sowieso nicht treffen! Ich kann meine eigenen Texte nur einer Auswahl der schönsten Gedichte Hölderlins gegenüberstellen, in der verwegenen Hoffnung, dass sie irgendwie für einander geschaffen sind. Das klingt verrückt! Apropos verrückt. Scardanelli ist das Pseudonym, mit dem Hölderlin seine Gedichte signierte, als er schon lange im Turm in Tübingen lebte.

In diesem Werk stellt er die großen Oden, Hymnen und Elegien Friedrich Hölderlins seinem eigenen lyrischen Schaffen gegenüber. Mit einem fiktiven Brief, der das pittoresk-bedauerliche Schicksal des großen deutschen Dichters infrage stellt, verweist Bernhard Lierheimer auf die rege Korrespondenz Hölderlins.
„Ich möchte wieder Lust wecken, sich mit dem Großmeister der langen Form zu beschäftigen“, sagt er zu seiner Intention.
Der Lyrikband „Scardanelli trifft Hölderin“ von Bernhard Lierheimer (Hrsg.) ist bei der edition winterwork erschienen. Er kann über den Buchhandel (ISBN 978-3-86468-410-4) oder den Autor selbst zum Preis von 5,90 € bezogen werden.

Die  Präsentation und Lesung aus dem Buch „Hölderlin trifft Scardanelli“ war am 16.März 2013 um 19:30 Uhr im Musiksaal der Janusz-Korczak-Schule in VS-Schwenningen, Friedrich-Ebert-Straße 25. Valérie Lawitschka, Geschäftsführerin der Hölderlin-Gesellschaft und Museumsleiterin “Hölderlinturm” in Tübingen, wird mit einem Vortrag über Friedrich Hölderlin die Lesung einleiten.
Weitere Informationen über die „Literarische Reise durch Baden-Württemberg“ und über das kulturelle Rahmenprogramm finden Sie auf der Homepage der Janusz-Korczak-Schule: www.korczakschule.de.
Illustration

Friedrich Hölderlin

Diotima (mittlere Fassung) (1796)

Lange tot und tiefverschlossen,
Grüßt mein Herz die schöne Welt;
Seine Zweige blühn und sprossen,
Neu von Lebenskraft geschwellt;
5 O! ich kehre noch in’s Leben,
Wie heraus in Luft und Licht
Meiner Blumen selig Streben
Aus der dürren Hülse bricht.

Wie so anders ists geworden!
10 Alles, was ich haßt’ und mied,
Stimmt in freundlichen Akkorden
Nun in meines Lebens Lied,
Und mit jedem Stundenschlage
Werd’ ich wunderbar gemahnt
15 An der Kindheit goldne Tage,
Seit ich dieses Eine fand.

Diotima! selig Wesen!
Herrliche, durch die mein Geist,
Von des Lebens Angst genesen,
20 Götterjugend sich verheißt!
Unser Himmel wird bestehen,
Unergründlich sich verwandt,
Hat sich, eh wir uns gesehen,
Unser Innerstes gekannt.

25 Da ich noch in Kinderträumen,
Friedlich, wie der blaue Tag,
Unter meines Gartens Bäumen
Auf der warmen Erde lag,
Und in leiser Lust und Schöne
30 Meines Herzens Mai begann,
Säuselte, wie Zephirstöne,
Diotimas Geist mich an.

Ach! und da, wie eine Sage,
Mir des Lebens Schöne schwand,
35 Da ich vor des Himmels Tage
Darbend, wie ein Blinder, stand,
Da die Last der Zeit mich beugte,
Und mein Leben, kalt und bleich,
Sehnend schon hinab sich neigte
40 In der Schatten stummes Reich;

Da, da kam vo’m Ideale,
Wie vo’m Himmel, Mut und Macht,
Du erscheinst mit deinem Strahle,
Götterbild! in meiner Nacht;
45 Dich zu finden, warf ich wieder,
Warf ich den entschlafnen Kahn
Von dem toten Porte nieder
In den blauen Ozean. –

Nun! ich habe dich gefunden,
50 Schöner, als ich ahndend sah
In der Liebe Feierstunden,
Hohe! Gute! bist du da;
O der armen Phantasien!
Dieses Eine bildest nur
55 Du, in ew’gen Harmonien
Frohvollendete Natur!

Wie die Seligen dort oben,
Wo hinauf die Freude flieht,
Wo, des Daseins überhoben,
60 Wandellose Schöne blüht,
Wie melodisch bei des alten
Chaos Zwist Urania,
Steht sie, göttlich rein erhalten,
Im Ruin der Zeiten da.

65 Unter tausend Huldigungen
Hat mein Geist, beschämt, besiegt,
Sie zu fassen schon gerungen,
Die sein Kühnstes überfliegt.
Sonnenglut und Frühlingsmilde,
70 Streit und Frieden wechselt hier
Vor dem schönen Engelsbilde
In des Busens Tiefe mir.

Viel der heil’gen Herzenstränen
Hab’ ich schon vor ihr geweint,
75 Hab’ in allen Lebenstönen
Mit der Holden mich vereint,
Hab’, ins tiefste Herz getroffen,
Oft um Schonung sie gefleht,
Wenn so klar und heilig offen
80 Mir ihr eigner Himmel steht;

Habe, wenn in reicher Stille,
Wenn in einem Blick und Laut
Seine Ruhe, seine Fülle
Mir ihr Genius vertraut,
85 Wenn der Gott, der mich begeistert,
Mir an ihrer Stirne tagt,
Von Bewundrung übermeistert,
Zürnend ihr mein Nichts geklagt;

Dann umfängt ihr himmlisch Wesen
90 Süß im Kinderspiele mich,
Und in ihrem Zauber lösen
Freudig meine Bande sich;
Hin ist dann mein dürftig Streben,
Hin des Kampfes letzte Spur,
95 Und ins volle Götterleben
Tritt die sterbliche Natur.

Ha! wo keine Macht auf Erden,
Keines Gottes Wink uns trennt,
Wo wir Eins und Alles werden,
100 Das ist nun mein Element;
Wo wir Not und Zeit vergessen,
Und den kärglichen Gewinn
Nimmer mit der Spanne messen,
Da, da sag’ ich, daß ich bin.

105 Wie der Stern der Tyndariden,
Der in lichter Majestät
Seine Bahn, wie wir, zufrieden
Dort in dunkler Höhe geht,
Wie er in die Meereswogen,
110 Wo die schöne Ruhe winkt,
Von des Himmels steilem Bogen
Klar und groß hinuntersinkt;

O Begeisterung, so finden
Wir in dir ein selig Grab,
115 Tief in deine Wogen schwinden,
Still frohlockend, wir hinab,
Bis der Hore Ruf wir hören
Und, mit neuem Stolz erwacht,
Wie die Sterne wieder kehren
120 In des Lebens kurze Nacht.

Diotima ( ältere Fassung)

Kunsttherapie. Arbeit mit behinderten Menschen.

Arbeit mit behinderten Menschen.


Kunsttherapie wird oft und erfolgreich in der psychiatrischen, psychosomatischen und psychosozialen Therapiepraxis verwendet.

Es wird hauptsächlich mit der darstellenden Kunst gearbeitet. Dazu zählen malerische oder zeichnerische Aktivitäten, plastisch-skulpturale Gestaltungen oder auch fotografische Medien. Durch sie können Patienten unter therapeutischer Begleitung innere und äußere Bilder ausdrücken, ihre kreativen Fähigkeiten entwickeln und ihre sinnliche Wahrnehmung ausbilden.

Die kunsttherapeutische Praxis und Theoriebildung ist mit unterschiedlichen Disziplinen wie z. B. der Kunstwissenschaft, der Psychologie und der Pädagogik verbunden.

In der Kunsttherapie wird mit Farbe, Linie, Ton, Stein oder Fotografie gearbeitet, über die der Patient sich ausdrückt. Dabei geht es um seine inneren Bilder, seinen Blick auf die Welt. Besonders nützlich wirkt Kunst auf Geistig Behinderte oder schwer psychische Menschen.

Seit kurzem befasse ich mich mit verschiedene psychische Störungen und gestiegen Behinderungen. Ich bitte verschiedene Aktivierungsangeboten mit Schwerpunkt: “Darstellende Kunst”, es wird scher gut von Patienten angenommen. Nach dem Ende des Kunst Stunde wirken sie Ruhiger und Ausgelassener.

Ein paar Bilder, die von solche Sitzungen raus gekommen sind:

Gzhel, Keramikmalerei

Gzhel — eines der traditionellen russischen Zentrum der Produktion der Keramik. Sein historischen und kulturellen Standpunkt besteht aus den ca. 27 Dörfern ,und  ungefähr in sechzehn Kilometern von Moskau Richtung Murom und Kazan liegt.

Die Geschichte des Gzhels als  Zentrums der künstlerischen keramischen Produktion zählt die folgenden Hauptetappen der Entwicklung auf:
- Die handwerkliche Produktion der Majolika in 1770 (nach einigen Daten-s1752 des Jahres)  bis 1790
- Die  Porzella Produktion  von den privaten bäuerlichen Betrieben in XVIII- XIX  Jahrhundert und bis zu 1918
- 1954  entsteht erste Porzellan Fabrik mit maßen Produktion, dieses Betrieb besteht bis zum unseren Zeiten
- 1983 Die  Produktion der künstlerischen Fliesen nach Gzhel Technologie, besteht  bis zu unseren Tagen.

Video über Gzhel:

http://gzhel-info.ru/about/video/video_loginov/

Technologie.

Das moderne Sortiment des Gzhels Waren blieb fast ohne Veränderungen: die Krüge, die Tropfe, die Pfannen, verschiedene Behälter, des Tintenfasses, Salz und Pfeffer Behälter, Vasen, Tablett, Spielzeug.
Die bemalte Porzellan blieb auch immer noch dick, es  wurde mit der blauen Farbe bemalt und begossen von der durchsichtigen Glasur. Die Kombination der weißen Porzellan mit der blauen Malerei, die fast ausschließlich Ornament aus Pflanzen und Blumen Formen bestehetmit blieb auch unverändert.
Die edle Kombination der blauen Farbe und des weißen Hintergrunds wussten und verwendeten auch die chinesischen Porzellan Maler.

Beispiele: